Der Instrumentenladen …

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Der Instrumentenladen …

 

Jette und Heidi hatten ein schönes, langes Wochenende vor sich. Keine große Planung für eine kleine Reise, oder so. Nix von dat. Jette war man noch so eben an einer kleinen Reise nach Leipzig vorbeigerutscht. Ein Husten quälte sie seit ein paar Tagen.

Sie hatte sich doch im alten Jahr, noch von jemand, den sie gar nicht so recht mochte, zu etwas überreden lassen, was sie auch gar nicht so recht mochte.  Es sah fast so aus, als wenn der liebe Gott da ein bißchen Verhinderer gespielt hätte – er hatte Jette einfach krank werden lassen, sodaß sie den Bus, mit den  abgedrehten Doppelkatholiken aus dem Münsterland, alleine sausen lassen mußte. Kaum das die Abgase des Reisegefährtes in der schönen Siegerlandluft nicht mehr zu riechen waren, ging es ihr auch schon wieder erheblich besser.

Auf diese Weise konnten Heidi und Jette, ein ganz schön verlängertes Wochenende lang, einfach ihren Neigungen freien Lauf lassen. Also – die Seele baumeln lassen, und Lüste streicheln war angesagt. Und das alles ohne gesellschaftlichen Zwang. Schon  am ersten Tag blühten die beiden richtig auf.

Sie konnten malen, schreiben, kochen, essen, schwimmen gehen – so wie es ihnen gerade einfiel, nur nach Lust und Laune. Ach, ja – Skippo spielen natürlich auch. Hee – ihr wißt nicht, was Skippo ist? Skippo ist das Spiel, was richtige Weibsen süchtig macht. Jetzt wißt ihr es – mehr will ich euch dazu auch nicht verraten.

Bei allem, was sie in ihrer Glückseligkeit so anstellten, hörten sie Musik, zu der sie dann am liebsten auch noch eine flotte Sohle aufs Parkett gelegt hätten.

Für den Sonntagmorgen hatten sich Heidi und Jette einen Saunagang vorgenommen. Diesmal sollte es eine gemischte Sauna sein. Von wem von den Beiden die Idee dazu gekommen war, wussten sie schon nicht mehr. Das war ja auch piepegal. Heidi hatte sich zwar leicht geschüttelt, als sie an die vielen kleinen Probleme dachte, die sie in der „gemischten Sauna“ zu sehen bekommen würden, aber laß es uns angehen – wir werden es überleben, meinte sie nur zu Jette, die angesichts dieser Aussichten schon verhalten in sich rein lachte.

Der Sonntagmorgen stand vor der Tür – die Sauna stand plötzlich auch vor ihnen, also – nix wie raus aus den Klamotten, und nix wie rein in den Schwitzkasten.

So ein ganz klein wenig trieb Heidis unbekümmerte Eingangsbemerkung Jette denn aber doch eine leichte Röte ins Gesicht:

„Mein Gott, Jette – was ist das nur für ein schöner Musikinstrumentenladen. Guck doch nur mal die vielen kleinen Flöten, die hier überall herumhängen.“© ee

 

 

 

 

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